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So! Jetzt war es passiert, am 18.10.2006 war der Osterurlaub fest gebucht.

Und nur die wenigsten durften davon erfahren, denn er war, ganz nebenbei, mit einer Überraschung für jemanden verbunden.

Dann ging es endlich los:

4. April 2007: Um 4.00 Uhr war die Nacht zu Ende, denn für den Flug Düsseldorf - Kopenhagen um 6.55h begann bereits um 5h das Einchecken.

Nach Zwischenlandungen in Kopenhagen und Oslo landete mein Flug dann mit etwas Verspätung bei dichtem
 Schneegestöber in Tromsø. Per Taxi ging es zum Hafen, wo die MS NORDLYS bereits am Kai lag.
Und hier sollte dann die Überraschung stattfinden, nämlich die für meine Fotofreundin Helga Rutzen,
die keine, aber auch überhaupt keine Ahnung davon hatte, daß ich hier in Tromsø zusteigen würde.
Sie hatte bereits im Herbst letzten Jahres die große Jubiläums-Osterreise des Polarkreis-Reisebüros von
Odd Andreassen gebucht.
Für mich kam nur die "halbe" Winterreise in Frage, die ich terminlich so auswählte, daß ich in Kirkenes. 
auf die MS NORDLYS zusteigen wollte, genau das Schiff, auf dem die Osterreise-Gruppe reisen würde.
Odd war wegen der Überraschung total begeistert und verpflichtete sich auch zu Stillschweigen Helga gegenüber.


Er wußte noch nicht, welche Probleme er wegen der Osterzeit bekommen sollte, mich dorthin zu bekommen,
auch wenn er Rentier- oder Hundeschlitten schon in Erwägung zog.
Lange Rede - kurzer Sinn: ich flog also nicht erst am 5.4. nach Kirkenes, um dort am 6. an Bord zu gehen,
sondern bereits am 4. nach Tromsø.

Und beim Abendessen war es dann soweit:

Beim Abendessen verband Odd Helga die Augen und versprach ihr eine Überraschung.

Sie erwartete wohl ein kleines Dankeschön dafür, dass sie während der Stadtrundfahrt Odd vertrat und manches Sehenswerte erklärte.
Odd besuchte seine Familie in Tromsø.
Jetzt konnte ich mein Versteck verlassen und tauschte mit der Dame, die Helga üblicherweise am Tisch
gegenübersaß, den Platz. Als Helga dann die Augenbinde abgenommen wurde, schaute sie etwas ratlos auf den
leeren Platz auf dem Tisch vor sich und mit Blick zur Seite, wo Odd stand und sich kaum noch ruhig halten konnte,
wollte sie wohl grade fragen: Ja, was soll das denn????..... und dann sah sie mich.

Die beiden folgenden Bilder sprechen wohl für sich :-)


Es war einfach herrlich !!!!!!

Und nach ausführlichem Erzählen über die Organisation meiner Reise begann dann auch für mich die Reise
mit der MS Nordlys, und keiner hatte auch nur die geringste Ahnung, welche Wetterkapriolen,
Abenteuer und wunderbare Naturerlebnisse auf uns warteten.


Skjervøy, am Abend gegen 22.30h. Bei eiskaltem Wind und vereister Straße ging niemand zu der kleinen Kirche.
Viel Zeit ließ der Aufenthalt von knapp 30 Minuten ja auch nicht.

Also war Schlafengehen angesagt, am nächsten Tag stand Honningsvåg und das Nordkapp auf dem Programm.

Am  nächsten Morgen begegnete uns "meine" MS Trollfjord, auf der ich meine erste Norwegenreise im Okt. 2004 machte.

Für diese beiden screen-shots danke ich meiner Nichte Dani ganz herzlich.


Sie zeigen das Einlaufen der MS Nordlys in Honningvåg und das Anlegen am Kai, und das kleine schwarze Pünktelchen
....wo der der Pfeil hinweist....... ja.... genau.....
..............das bin ich :-)


Hier in Honningsvåg warteten die Reisebusse für den Ausflug zum Nordkap, und beim Abbiegen auf die
Nordkappstraße wartete ein Schneepflug auf unseren kleinen Konvoi.


Der sonst obligatorische Stop beim Samenlager fiel wegen des heftigen Schneetreibens aus.Vom Parkplatz aus konnte man den Eingang des Hauptgebäudes vor lauter Schneeverwehungen kaum erkennen.
Wie üblich, zog es jeden direkt zum berühmten Nordkappsymbol und auch wie üblich waren die meisten Mitreisenden unmittelbar nach ihrem obligatorischen Foto in das Nordkappgebäude eingekehrt, zum einen wegen der Wärme dort und zum anderen wegen der Informations- und Besichtigungsmöglichkeiten dort. Ihnen entgingen aber die unglaublich schnellen Wetterwechel von blauem Himmel und Sonnenschein und erneut heranjagenden sich entladenden Schneewolken........ ein unbeschreiblicher Anblick.


Dann ging es wieder (hinter dem Schneepflug her) zurück.
Rechtzeitig erreichten wir die MS NORDLYS und es ging weiter nordwärts.
Am nächsten Morgen erreichten wir bei strahlendschönem Wetter Vadsø und brachen hier per Bus zu einem
von Odd organisierten Sonderausflug auf. Wir fuhren nach Polmak, zu der Samin Esther, die uns einiges
ihrer Kultur nahebringen würde. Der anfänglich blaue Himmel zog sich bald zu und es begann zu schneien.
Hier einige Foto-Impressionen von diesem Ausflug:
1) Vadsø Hafen                                                 2) Ferienwohnungen der besonderen Art
  
3) Schneepflug bei der Arbeit                            4) Esther erzählt auf Norwegisch, Odd übersetzt
1) Es gibt leckere heiße Rentierbrühe und......  2) gute Laune überall, nicht nur bei Helga
3) unser Reiseleiter Odd Andreassen               4) ein Moment der Ruhe am offenen Feuer,
    als uns typische samische Musik vorgespielt wurde
Nach dieser Entspannung gab es wieder was aufregendes:
Wer wollte, konnte eine Runde  mit einem Schneemobil drehen. Klar, dass ich dabei war.
Ähnlich wie bei meiner letzten Reise und dem Zodiakbootsausflug erhielt man einen "Überlebensanzug",
der immerhin so groß war, daß man ihn bequem über alle Sachen drüber anziehen konnte, elegant sah dies
allerdings nicht mehr aus ;-) Aber in dem immer stärker werdenden Schneegestöber
konnte man eh' nicht
mehr viel erkennen, mittlerweile kam der Schnee fast waagerecht durch die Luft gepeitscht.
Ein leckerer Eintopf war da zum Aufwärmen seeeeehr willkommen.


Und dann stellte sich heraus, daß wir wegen gesperrter Straßen nicht zum Schiff zurückkehren konnten.
Ein Polarsturm war über Nord-Norwegen hereingebrochen und hatte das öffentliche Leben lahmgelegt. Für uns bedeutete dies:
Odd musste mit Hilfe von Paul eine ungeplante Zwischenübernachtung organisieren, denn wir mußten südwärts einen weiten Umweg fahren,
in dessen Verlauf sich herausstellen sollte, wann wo welche Straße wieder befahrbar sein würde.  Außerdem mußte für zwei Mitreisende
ein wichtiges Medikament besorgt werden, wir waren alle nicht auf eine Übernachtung eingestellt. Zahnbürste, Nachtwäsche und
sonstiges nimmt man ja kaum auf einen Ausflug mit!


Wie gut, dass Paul ein so hervorragender wettererprobter und zudem noch sehr netter Busfahrer war, denn
selbst auf den teilweise geräumten Straßen sah es besorgniserregend aus.
Aber er fuhr sehr sicher. 


Er organisierte eine mitternächtliche Einkehr in einem disko-ähnlichen Club, der auch Pizza servierte, so kamen wir
wenigstens noch zu einem wenn auch späten Abendessen in diesem Club in Finnland, in der Nähe von Karatschok.


Am nächsten Morgen sah das Wetter aus, als wäre nichts gewesen. Unser improvisiertes Frühstücksbuffet verdankten
wir einer Bekannten von Esther, die nach einem Anruf trotz Feiertag (Karfreitag) ihr kleines Lebensmittelgeschäft für uns öffnete,
denn wir hatten zwar einer Übernachtungs- aber keine Frühstücksmöglichkeit in dem eigentlich geschlossenen Ferienhüttendorf.
Wegen des Osterwochenendes waren mögliche Hotels entweder geschlossen oder ausgebucht.
So waren wir am Vorabend über diese Nächtigungmöglichkeit sehr froh, auch wenn es nur wenige Hütten mit mehreren Schlafstuben gab.
Da waren Schlafgemeinschaften (wie z. B. Helga, Ulla und ich in einer Hütte) doch angenehmer als die Nacht im Bus zu verbringen.
Und nachdem dann ein weiterer Schneepflug die Straße räumte, stand fest, dass wir nach Hammerfest fahren, um zum Schiff zu gelangen.


Und dann waren wir wieder sicher in Hammerfest, obwohl sich zwischendurch das Wetter verschlechterte, bald aber wieder aufklarte.
Die auf der MS Nordlys verbliebenen Passagiere beneideten uns dafür, dass wir den Sturm nicht auf dem Schiff
erleben mussten, es war ziemlich heftig.
Die "kleineren" Stürme auf der Nordwärtsfahrt waren nichts verglichen mit dem Polarsturm und, was wir aber
noch nicht wussten, mit denen die uns noch bevorstanden.


Unterwegs kreuzten immer wieder heftige Schneeschauer uneren Weg und in Tromsø war alles mit einer dicken Neuschneedecke bedeckt.


Am nächsten Tag versprach die Abfahrt von Stokmarkness eine wettermäßig wunderbare Fahrt durch den Raftsund,
auch wenn schon feststand, daß ein Abstecher in den Trollfjord nicht stattfinden würde.
Lawinen und Eisbruchgefahr machten die Durchfahrt für die großen Schiffe zu gefährlich.


Kurzfristig meldete ich mich für die Seeadler-Safari an, mitten im Raftsund ging ein kleines Boot längsseits und
übernahm die Ausflügler, denen sich im Verlauf der Tour wunderbare Adler- und auch Landschaftsanblicke boten.


Das schöne winterliche Wetter, jedoch ohne Sturm und Schneeschauer, verlockte den Ein oder Anderen zu einem Sonnenbad,
sicherheitshalber schön warm eingepackt.


Interessante Landmarken und seltene meteorologische Erscheinungen boten immer wieder neue Anblicke.


Am letzten Tag, kurz vor Bergen, bekam Marilynne zum Geburtstag ein Ständchen und eine Torte von der Crew, und vom nächsten Sturm heftigen Seegang und entsprechendes Schaukeln des Schiffes.


Und dann war die Hurtigruten-Reise zu Ende, wie immer ist auch in Bergen das Anlegemanöver des Schiffes
(das -zigste auf der Reise) immer noch interessant und Bergen hat außer der Bryggen auch andere nette Stadtansichten zu bieten.


Am nächsten Tag stand eine besondere Reiseetappe auf dem Programm: Mit dem Zug ging es von Bergen aus
nach Voss und von dort per Bus über Stalheim nach Gudvangen. Dort führte eine gemächliche Bootsfahrt
durch den Narøy- und den Aurlandsfjord nach Flåm, von wo es mit der berühmten Flåm-Bahn hinauf nach Myrdal ging.


In Myrdal, fast 900m höher gelegen als unser Startpunkt, hielt kurze Zeit später der Bergen-Oslo-Express,
mit dem wir Richtung Oslo und vor allem Richtung Frühling fuhren. Der Schnee verschwand zusehends und es wurde
immer grüner in der Landschaft.


In Oslo hatten wir Zeit für eine Stadtrundfahrt und auch eigene Unternehmungen.


Dann hieß es, einen letzten Blich auf das Hotel zu werfen, bevor es vom Fährterminal der Color Line mit der MS Color Magic zurück nach Kiel ging.



Ein köstliches Abendessen, ein schöner letzter Sonnenuntergang auf See und ein Temperatursprung auf
fast 20° in Kiel beschlossen eine Reise, die noch lange in Erinnerung bleiben wird.